„Simplify your life“ – Von der Kunst einfach zu leben

Westeuropäische Durchschnittsbürger sind heute geprägt von einem fast 70-jährigen Wirtschaftsaufschwung. Kurzzeitige Finanzkrisen wie die ‚Bankenkrise 2008 hat das vorherrschende Wirtschaftssystem bisher überwinden können. Doch die Corona Krise  seit März 2020 könnte  anders verlaufen. Unter dem Eindruck einer Pandemie d.h. einer weltweite Infektionswelle wurde die komplette Wirtschaft in einen Lockdown versetzt. Die bisher erkennbaren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind vor allem sprunghaft gestiegene Arbeitslosenquoten, sowie eine Reihe von Kleinunternehmen und Firmen, die zusammengebrochen sind oder demnächst in Konkurs gehen.  Viele Restaurants, Gastbetriebe und kleine Hotels werden wegen der Beschränkungen und den ausbleibenden Gästen aufgeben müssen. Viele kleine Firmen und auch Privatleute können ihre derzeitigen Schulden wegen Verdienst-  und Umsatzausfall nicht mehr bedienen. Einige Länder der Euro-Zone sind hoch verschuldet, Ob sie ihre Anleihen je zurückzahlen können, ist mehr als fraglich.

Haben wir wirklich geglaubt die „fetten Jahre“ werden ewig so weitergehen?  Wir sollten aus den großen Finanzkrisen der Vergangenheit lernen.

Man schrieb das Jahr 1920, als Deutschland durch die hohen Reparationszahlungen wegen dem verlorenen Ersten Weltkrieg in den finanziellen Ruin getrieben wurde. Die Bevölkerung verarmte. Gut 30 Prozent der Erwerbstätigen war arbeitslos. Es herrschte Massenelend. In der Folge waren viele Menschen auf die öffentlichen Suppenküchen angewiesen, um nicht zu verhungern. Es gab viele Bettler auf den Straßen, meist handelte es sich um „Ausgesteuerte“, also Menschen die ihre Arbeit verloren  und nach einigen Monaten auch keine Arbeitslosenunterstützung mehr erhielten. . Um nicht zu verhungern, mussten sie betteln. Ein Albtraum für jeden Menschen, der arbeiten kann und will!

Können wir uns auf solche Zeiten  vorbereiten?   Ja, aber wie?  Wer bereit ist seine Werte zu überprüfen und zu verändern, wird besser durch die Krise kommen. Immaterielle Dinge sollten uns wieder vielwichtiger werden.  Doch zur Veränderung gehört auch seinen Lebensstil vor allem im materiellen Bereich zu vereinfachen– simplify your life!   Der Apostel Paulus konnte von sich sagen: „Ich habe gelernt, worin ich bin, mir genügen zu lassen. Ich kann niedrig sein, und kann hoch sein; ich bin in allen Dingen geschickt, satt sein und hungrig sein, beides, übrig haben und Mangel leiden.“  (Phil. 4,11 +12)

            Wer diese hohe Kunst beherrscht, der wird auch viele  Lebenskrisen überstehen.  Denn jede Krise ist auch eine Chance, mehr über die wesentlichen Dinge des Lebens zu lernen!

 

Ihr  „Blickpunkt2000“

„Simplify your life“ Von der Kunst einfach zu leben

 

Wir befinden uns bereits im zweiten Lockdown im Jahr 2020. Die bisher erkennbaren Auswirkungen auf die Wirtschaft außer denen, die im Vorwort schon beschrieben wurden, sind vor allem Arbeitslosigkeit, Konsumzurückhaltung und eine große Unsicherheit bei vielen kleinen Firmen und Geschäften: Es steht im Raum die große Frage: “Wie lange können wir noch weitermachen?“

Zwar gibt es Corona-Hilfspakete durch die Regierung, die versucht die größten Härten abzufedern. Doch diese werden letztlich die Staatsverschuldung in die Höhe treiben. Irgendwann wird der Staat sein Geld von den Bürgern zurückholen müssen in Form von Steuern oder Vermögensabgaben.

In mehrfacher Hinsicht werden wir also schwierigen Zeiten entgegensehen. Was wird schlimmer sein – Corona oder die Folgen? In einer Weltwirtschaftskrise, die laut Fachleuten die schlimmste seit 1945 werden soll, könnten beträchtliche Vermögen dahinschmelzen. Viele Sachwerte wie Kunstgegenstände, Schmuck oder Immobilien könnten in einer großen Wirtschaftsdepression keine Sicherheit mehr bieten. In einer solchen Zeit kann auch unser heutiges Pensionssystem mit hohen Pensionen nicht mehr aufrecht erhalten bleiben. Die Corona-Krise wird uns noch einige Jahre verfolgen, ihre Auswirkungen noch viel länger. Eine Rückkehr zur Welt, wie wir sie vor Corona kannten, zur „alten Normalität“, wird unwahrscheinlich.

Wie wird es weitergehen?

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen sorgt bei vielen Menschen für Verunsicherung, Unbehagen und Zukunftsangst.

Der Wohlstand ist im Rückzug begriffen, viele merken es schon. Wir werden künftig mit viel weniger zufrieden sein müssen. Eine mentale Vorbereitung auf eine andere Zeit unter neuen Vorzeichen wird notwendig.

Wir werden lernen müssen, Materielles nicht mehr in den Vordergrund zu stellen und unsere Lebenspriotitäten anders zu ordnen.

Wir sollten uns bewusst sein, dass Menschen in Not unser Mitgefühl und so weit wie möglich unsere Unterstützung erhalten, seien es Familie Verwandte, Freunde oder Dritte.

Zeit für Familie und Freunde kann uns entschädigen, wir werden wieder mehr davon haben.

Genießen wir die Freuden, die uns in der Gegenwart noch uneingeschränkt möglich sind (Kunst, Kultur, Urlaub, etc). Dann bleiben uns wenigstens die schönen Erinnerungen!

Die Beschäftigung mit dem christlichen Glauben, auch außerhalb des kirchlichen Bereichs, kann uns in dieser schwierigen Zeit hilfreich sein. Jesus Christus kam vor 2000 Jahren auf unsere Welt, er brachte uns Glauben, Hoffnung und Liebe. Paulus schreibt in 2. Korinther 8,9: „Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet.“

Lernen wir doch unseren Erlöser und sein rettendes Evangelium in der Heiligen Schrift kennen! Die himmlische Dimension kann uns über die Niederungen des Alltags erheben.

Es ist nicht sinnvoll, einer düsteren Zukunft vor Angst schlotternd entgegen zu treten, aber es ist durchaus sinnvoll, unsere Werte und Prioritäten an neue Verhältnisse anzupassen. Zur Veränderung gehört es auch, seinen Lebensstil vor allem im materiellen Bereich zu vereinfachen—simplify your life!

 

Einfachheit—ein Grundbedürfnis des Menschen

Alle komplizierten Tätigkeiten, Erfindungen und Ansprüche in unserem Leben entspringen dem Urbedürfnis nach Einfachheit Man baut sich ein schönes Haus, um sich nach den Mühen des Bauens zufrieden zurückzulehnen. Aber das Eigenheim kann zu einer Vollbeschäftigung werden. Altersvorsorge, Grunderwerb, Haushaltsgeräte, Bürokratie und vieles aus unserer komplizierten Welt wurde geschaffen, damit wir es einfacher haben und glücklicher sind. Aber die gute Absicht ist aus dem Blick geraten und aus dem Streben nach Einfachheit ist eine nachwachsende Komplexität geworden. Der simplify-Weg versucht, diese fatale Dynamik umzukehren und zum eigentlichen Zweck unseres Lebens zurückzufinden. Der Zweck ist die Einfachheit, in der sich die Summe eines erfüllten und gereiften Lebens widerspiegelt. Alte Leute, die den Zweiten Weltkrieg und die harten Nachkriegsjahre erlebt haben, bestätigen uns immer wieder: „Wir hatten früher viel weniger, aber wir waren viel glücklicher und zufriedener!“  Das gibt zu denken. Da ist es zu Fehlentwicklungen gekommen Der simplify-Weg, also der Weg zu einem einfacheren Lebensstil beginnt im Kopf, er durchforstet unsere inneren Einstellungen und unsere falschen Überzeugungen.

 

Was sind denn die Symptome der Wohlstandskrankheit?

Dass man sich immer mehr wünscht, ungeachtet dessen wie viel man schon besitzt;

Dass man sich um Erfolg bemüht, ohne damit zufrieden zu sein;

Dass man sich nur mit dem Besten und Teuersten zufrieden geben kann;

Die meisten Menschen bewerten das, was sie nicht haben, weitaus höher, als das, was sie haben;

Wenn man nichts davon wissen will, biblischen Anleitungen zu folgen. Die Bibel leitet uns zur;materiellen Genügsamkeit an:

„Denn die da reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstricke und viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen ins Verderben stürzen.     1. Tim. 6,9

„Bemühe dich nicht reich zu werden. und aus eigener Einsicht lass davon!!“  Spr.23,4

“ Es ist allerdings die Frömmigkeit eine große Bereicherung, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden wird!“  1. Tim. 6,6

„Euer Lebenswandel sei frei von Geldliebe! Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist.!“    Hebr. 13,5

Dieses unentwegte Verlangen nach Besitz, das von der Werbung in den Medien ständig befeuert wird, macht uns unzufrieden und unruhig.

Allerdings haben viele Menschen als wirtschaftliche Folge der Corona-Krise ihren Konsum bereits heruntergefahren. Zu unsicher ist die Einkommenssituation bei bestimmten Berufsgruppen geworden. Viele Dinge werden länger halten müssen, Neuanschaffungen werden hinausgeschoben, teure Wünsche rücken in weite Ferne. Erstellen Sie eine Prioritätenliste: Was brauche ich wirklich—ist es ein Bedürfnis oder nur ein Wunsch?

 

Konsumverhalten einschränken

Geh nur einkaufen, wenn du wirklich etwas brauchst, kein zielloses „shoppen“.

Stelle dir vor dem Kauf vor, etwas zu besitzen—brauchst du es wirklich oder gefällt dir nur die Vorstellung davon?

Habe keine Angst etwas zu verpassen (Aktion!)  Brauchst du es wirklich oder fühlst du dich nur gedrängt?

Investieren in Erlebnisse statt in Dinge. Neue Produkte machen uns nur kurzfristig glücklich und sind schnell langweilig.

Bezahle mit Bargeld. Bei Kartenzahlung sind wir bereit mehr Geld auszugeben. Das gute alte „Börsel“ gibt uns einen besseren Überblick über die Ausgaben.

Erstelle einen Wunschzettel. Lasse dir Zeit. Überwinde den sofortigen Kaufimpuls. So wirst du rationaler entscheiden und Impulskäufe vermeiden.

Minimalistisch leben heißt sich aufs Wesentliche beschränken.. Minimalismus ist eine Strategie, sich Freiraum zu verschaffen, das Leben einfacher und damit glücklicher zu gestalten: Man kann etwa mit wenigen Hausmitteln wie Essig, Natron, Soda, Schmierseife das Haus sauber halten, anstatt unzählige teure Putzmittel zu verwenden.

 

 

Kleider machen Leute—sie sollten zweckmäßig gekauft werden, keine Modetrends, die dann nur im Schrank herumhängen. Bereiten Sie ein einfaches und gesundes Essen selber zu, das kommt billiger als Fertiggerichte und Restaurantbesuche. Trinken Sie Leitungswasser. 1L Leitungswasser kostet weniger als 0,2 Cent. Man kann den Geschmack mit Zitrone verbessern. Entdecken Sie die Freiheit des Radfahrens! Es spart Geld. Minimiere die Dekoration deiner Wohnung. Weniger ist oft mehr. Einfach mal nichts kaufen ist auch eine interessante Erfahrung.

 

Entrümpeln Sie Ihren Besitz– weg mit dem Wohlstandsschrott!

„Es ist nicht die karge Einfachheit des Wenigen, sondern die erdrückende Vielfalt des Zuviel, das unser Leben plagt. Die Lösung liegt in unserer Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten“.

Die Statistiker sagen, dass wir durchschnittlich über 10.000 Gegenstände besitzen. Unser „kompliziertes“ Leben ist vor allem in der Welt der Gegenstände spürbar. Der größte Stress für unsere Seele ist die Mehrfachbelastung. Wenn am Arbeitsplatz oder in den Schränken ein Chaos herrscht, vergeudet man seine Zeit mit Suchen oder kauft Dinge, die man schon längst hat und nur nicht findet. Entrümpeln heißt: Was kann ich streichen, was ist überflüssig? Das Ergebnis einer Entrümpelungsaktion ist Befreiung, man hat eine bessere Übersicht über seine Habe. Entrümpelung beginnt man, indem man alle alten Prospekte, Kataloge, Telefonbücher, Zeitungen, alte Briefe und Merkzettel wegwirft.

In den Kleiderschränken wird alles aussortiert, was nicht mehr passt oder was man ohnehin nie anzieht.

Wohin mit all dem Kram? Wahlweise wegwerfen, spenden, weitergeben. Das schafft Platz.

Beachten Sie die 80/20 Regel. Im Restaurant konzentrieren sich 80 % aller Bestellungen auf 20 % der Gerichte. Verhält es sich in unseren Gebrauchsgegenständen genau so?

Sie werden staunen, was alles überflüssig geworden ist. Nach der Aufräumaktion werden Sie sich besser fühlen und mehr Energie haben. Man kann sich auch wieder an den kleinen Dingen erfreuen.

Sie erfüllen das Grundprinzip: Einfach statt mehrfach!

 

Wer mehr Genügsamkeit gelernt hat, kann zukünftigen finanziellen Durststrecken gelassener entgegensehen. Er wird mit viel weniger zurecht kommen. Er wird sogar Zeit und Geld finden, anderen Menschen, die in Not geraten sind zu helfen und Gutes zu tun. Und er muss nicht vor Angst schlotternd in die Zukunft blicken, sondern darf den Rat Jesu Christi beherzigen: „Sorgt euch nicht um euer Leben was ihr essen und trinken sollt, noch um euren Leib was ihr anziehen sollt. .. euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden“. (Matth. 6, 25,32+33)